Warum Jugendspiele einfach toll sind

Sonntag morgen, 10 Uhr, eine kleine Turnhalle und auf der Tribüne lauter Eltern – das alles kann nur eins heißen: Jugendspiel! Bei solchen Spielen scheiden sich die Geister. Es gibt durchaus Schiedsrichter-Kollegen, die diesen Spielen gar nichts abgewinnen können. Ich gehöre zu der Sorte, die sich förmlich auf solche Spiele freuen. „Warum?“, werden sich jetzt einige fragen und diese Frage ist durchaus berechtigt. Deshalb habe ich mal nachgedacht und die Gründe zusammen getragen, warum Jugendspiele einfach genial sind.

 

Grund 1: Man verpennt nicht den halben Sonntag

Spiele in den Jugendligen haben es meist an sich, dass sie relativ früh und am Sonntag stattfinden. Ein freier Sonntag beginnt für mich normalerweise mit Ausschlafen und dann stell ich fest, dass ich irgendwie den halben Tag vertrödelt habe. So richtig komme ich dann auch nicht in Schwung und lande in den meisten Fällen auf der Couch. Und schwupp – ein ganzer Tag ist vorbei. Muss ich allerdings halb 10 in einer Turnhalle stehen, ist nicht viel mit lange ausschlafen und ich habe nach dem Spiel auch noch was vom Sonntag und hänge nicht nur träge in den Seilen. Und so ein bisschen Bewegung habe ich nebenbei auch noch.

Grund 2: Schöne Erinnerungen

Fast jeder Schiedsrichter hat irgendwann in seinem Leben in irgendeiner Liga Basketball gespielt. Ich selbst habe mit 14 in der u16 angefangen. Immer, wenn ich ein Jugendspiel pfeife, erinnere ich mich automatisch an meine Anfänge in diesem Sport und habe automatisch ein Lächeln auf dem Gesicht. Es ist jedes Mal aufs Neue schön, an diese Zeit aus meiner Jugend zurück zu denken, an die tollen Mitspielerinnen, an die Turnhallen in meiner Heimat und an viel zu große Trikots. Noch lustiger ist es natürlich, wenn ich dann Spieler sehe, die mich extrem an mich erinnern. Auch das ist ein Grund, weshalb ich so gerne Jugendspiele pfeife.

Grund 3: Junge Talente fördern

Im Jugendbereich wird der Grundstein für eine etwaige Karriere als Basketballer gelegt. Hierfür sind natürlich nicht nur gute Coaches und die Unterstützung der Eltern verantwortlich, auch als Schiedsrichter hat man einen gewissen Anteil daran. Ich fand es immer extrem schlimm, wenn wir in der Jugend nur einen Schiedsrichter hatten oder wenn ich nicht verstanden habe, was der Schiedsrichter gepfiffen hat und es mir auch niemand erklärt hat. Als Schiedsrichter hat man hier nicht nur die Aufgabe, das Spiel zu leiten und dafür zu sorgen, dass die Regeln eingehalten werden, sondern man ist auch eine Art Lehrer. Einfach „nur“ pfeifen reicht nicht, wenn man von einem Paar großen Augen voll mit Fragezeichen angeschaut wird. Aber genau das macht Jugendspiele meiner Meinung nach so interessant, man kann an seinen eigenen Fähigkeiten, was den Umgang mit Kindern angeht, so viel arbeiten.

Grund 4: Sich selbst verbessern

Jeder Schiedsrichter kann immer etwas an sich verbessern. Bisher gab es kein Spiel, nach dem ich komplett zufrieden war. Warum? Weil wir keine Maschinen sind. Das perfekte Spiel wird es wahrscheinlich nie geben, trotzdem möchte ich mich natürlich immer wieder verbessern. Nach jedem Spiel gibt es Punkte, an denen ich für das nächste Mal arbeiten will. Leider ist es natürlich in einem Bundesliga-Spiel relativ schwer, sich auf die eigenen Fehler zu konzentrieren, ich muss ja auch noch das Spiel leiten. Jugendspiele eignen sich hierfür perfekt. Nicht, weil sie nicht wichtig wären. In der Jugend hat man im Normalfall ein paar Eltern auf der Tribüne sitzen, keine riesigen Fanblöcke mit Trommeln und anderen Krachmachern. Somit kann man sich natürlich auch viel besser auf sich selbst konzentrieren. Auch ist das Spiel bei einer u13-Mannschaft deutlich langsamer als in der Bundesliga, somit verliert man nicht so schnell den Fokus und kann sich viel besser auf technische Sachen konzentrieren. Ein Jugendspiel eignet sich also super für Dinge wie Laufwege, die Anzeige zum Kampfgericht oder zur Verbesserung des eigenen Laufstils.

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